Themenschwerpunkt "Multidimensionale Nachhaltigkeit"

Die zweite Gruppe des Halbjahres 2016 hat sich entschieden, sich eingängig mit mulitidimensionaler "Nachhaltigkeit" zu beschäftigen. Dabei sollte vor allem analysiert werden, in welchen Kontexten dieses Wort von wem für was verwendet wird. Es fiel auf, dass das Wort nachhaltig oft nur einseitig verwendet wird, obwohl die drei Säulen Umwelt, Soziales und Wirtschaft zusammenwirken müssen, um von Nachhaltigkeit sprechen zu können. Das Zusammenwirken dieser drei Dimensionen soll vor allem den zukünftigen Generation einen bewohnbaren Planeten garantieren und steigende Gerechtigkeit.

Die neue Veranstaltungsreihe begann mit einem Bericht von FemNet, die sich für faire Produktionsbedingungen im Textilbereich einsetzen. Schreckliche Bilder wurden aus einem der größten Textilverarbeitenden Orte in Indien gezeigt. Im Anschluss wurde auch erläutert, wie einfach es mittlerweile sein kann, den ganzen Produktionsprozess mit fairen und nachhaltigen Rohstoffen zu gestalten.

Ökonomische Kosten sind meist ein Faktor, der die Umsetzung einer nachhaltigeren Produktion verhindert. Alternativen und Denkanstöße präsentierte Pedro Morazán vom Südwindinstitut zum Thema: Wie nachhaltig kann Freihandel sein? Hier wurde auf die ungleichen Startbedingungen, wie Rohstoffvorkommen in den Ländern, aber auch historisch gewachsene Ungerechtigkeiten eingegangen. Diese zu überwinden, um Fluchtursachen zu bekämpfen und der Welt insgesamt mehr Wohlstand und dadurch nachhaltigeren Umgang mit Rohstoffen und Ressourcen jeder Art war der Diskussionsansatz.

Weiter ging es mit innovativen Ideen zu nachhaltiger Lebensmittelproduktion und Stadtplanung mit Phillip Stierand von Speiseräume. Dabei ging es um neue Gemeinschaftsräume in Siedlungen wie Lagermöglichkeiten und Kochgelegenheiten für gemeinsame Nutzung. Auch Ernährungskonzepte für Großküchen wie Universitäten oder Kindertagesstätten wurden diskutiert und kritisiert.

Die allgemeine Situation der Menschenrechte und die notwendige Verknüpfung mit Nachhaltigkeitszielen diskutierte mit uns der Autor Martin Klingst, der aus seinem neuen Buch vorlas. Ebenfalls konnten wir Robert Lessmann begrüßen, der uns die Entwicklung des Landes Boliviens vorstellte. Dabei konnte die Selbstverschreibung der Regierung mit nachhaltigen Praktiken und der Praxis diskutiert werden. Auch das Thema Bildung fand Eingang in unsere Nachhaltigkeitsdiskussion, dabei vor allem der Aspekt, wie bildungsferne Menschen mehr Gerechtigkeit im Schulsystem erfahren können. Die soziale Nachhaltigkeit wurde auf der Veranstaltung mit teach first und InteGREATer e.V diskutiert.

Weiterhin wurde im Dezember der Tag der der Menschenrechte ausgerichtet, der sich mit der UN Dekade für Menschen afrikanischer Abstammung auseinandersetzte. Für diesen Tag wurde viele Initiativen und Repräsentanten der afrikanischen Community eingeladen und eine kleine Demonstration samt Kundgebung organisiert. Nach der Demonstration gab es eine Diskussionsveranstaltung im Allerweltshaus, die durch die Praktikant_innen mit den Panelteilnehmer_innen moderiert wurde. Nach der Veranstaltung wurden Speisen aus verschiedenen afrikanischen Ländern und Getränke gereicht.

Die Themenreihe wurde durch die freundliche Unterstützung der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW realisiert. sue logo foerderung


Im folgenden finden Sie eine Auswahl der Berichte:

2016-09-16 camp labour2016-11-18 ernhrungswende

 

2016-11-24 morazan2016-12-16 klingst